Knofensa im Detail
Ein Keimling, der sich noch nicht geöffnet hat
マダツボミ, Madatsubomi, lässt sich als „mada tsubomi“ lesen: noch in der Knospe. Der japanische Name verspricht, dass die Sache noch nicht abgeschlossen ist, und die drei Entwicklungsstufen lösen dieses Versprechen ein — die gelbe Glocke schließt sich in Ultrigaria über sich selbst und öffnet sich in Sarzenia vollständig. Das Englische erledigt dieselbe Arbeit mit weniger Eleganz: bell wegen der Glockenform des Kopfes, sprout wegen des Keimlings.
Das Design mischt mindestens drei Pflanzen. Der Kopf mit Deckel und das Maul voller ätzender Flüssigkeit stammen von den Kannenpflanzen, fleischfressenden Schlauchpflanzen, die Insekten genau so verdauen, wie es der Pokédex beschreibt. Die Silhouette der Blüte deutet auf Glockenblumen hin. Und das menschliche Gesicht der Knospe, das der Spieltext selbst mit der Alraune verbindet, liefert den Teil mit der Legende. In den internen Daten ist seine Form übrigens nicht als Pflanze, sondern als humanoid klassifiziert.
Die schwankende Pagode
In Kanto ist es ein Routen-Pokémon und kaum mehr. Johto gab ihm ein ganzes Gebäude. Der Knofensa-Turm, der die Region eröffnet, steht auf einem flexiblen zentralen Pfeiler, der von einer Seite zur anderen schwankt, damit der Turm Erdbeben aushält, und die Legende des Ortes erzählt, dass dieser Pfeiler aus einem riesigen Knofensa gefertigt wurde. Im Inneren leben Mönche, die fast ausschließlich diese Art trainieren und lehren, dass alle Lebewesen durch Zusammenarbeit zusammenleben. Die Architektur des Ortes ist den buddhistischen Tempeln der Präfektur Nara nachempfunden.
Die dreißig Punkte, die zurückblieben
In der ersten Generation gab es nur einen einzigen Spezial-Wert. Als die zweite ihn in zwei Werte aufteilte, bekam Knofensa 70 Spezial-Angriff und 30 Spezial-Verteidigung, und diese schlechte Hälfte hat sich seitdem nicht verändert. Das ist die Zahl, die erklärt, warum jede neutrale Spezial-Attacke bis ganz nach unten durchkommt.
Der zwingende Vergleich bleibt die Linie von Myrapla, aus derselben Typen-Schablone und mit demselben Abschluss durch einen Stein. Dort ist die Verteilung umgekehrt: Myrapla geht eher in Richtung Spezial-Angriff und Durchhaltevermögen, Knofensa in Richtung physischer Angriff. Und genau da liegt der Widerspruch des Steckbriefs. Es hat 75 Angriff, lernt Schwerttanz per TM, Gifthieb auf 41 und Blattgeißel auf 52, dazu Blut saugen und Samenbomben per Maschine, aber mit 35 Verteidigung bekommt es nicht die nötigen Züge, um davon irgendetwas aufzubauen. Der physische Plan existiert auf dem Papier und kommt fast nie zum Einsatz.
Wie man es tatsächlich benutzt
Praktisch behandelt man es als Übergangsphase. Rankenhieb auf Level 1 deckt die ersten Kämpfe ab, Schlafpuder auf 13 macht jede schwierige wilde Begegnung zu einem Fang, und ab 21 ist die Sache bereits eine Angelegenheit für Ultrigaria. Wer Chlorophyll ausnutzen will, bekommt Sonnentag per TM und außerdem Gigasauger, der KP zurückgibt und die 50 KP teilweise ausgleicht. Die versteckte Fähigkeit Völlerei sorgt dafür, dass es die getragene Beere früher verbraucht; das ist die Art Fähigkeit, die nur wichtig ist, wenn das gesamte Team darum gebaut ist, und bei einem Pokémon mit 300 Basispunkten ist das selten der Fall.