Necrozma im Detail
Ein Prisma, das sein Licht verloren hat
Das Design geht von der Lichtbrechung und dem Bild eines Prismas aus, verdreht es aber so weit, dass daraus etwas Schwarzes, Zerbrochenes und beinahe Skelettartiges wird. Dazu kommen Elemente aus der Science-Fiction: ein großer Kopf, unverhältnismäßige Gliedmaßen und ein Aussehen, das nicht zur Fauna von Alola passt. Der Pokédex stellt es als eine aus einer anderen Welt stammende Kreatur dar, doch durch sein dunkles Erscheinungsbild wirkt es eher wie ein beschädigtes Gehäuse als wie ein vollständiges Wesen.
Der japanische Name ネクロズマ wird im Englischen und Deutschen beibehalten. Seine Etymologie verbindet Anspielungen auf das Altgriechische für „tot“, das Japanische kuro für „schwarz“ und „Prisma“ oder „Plasma“. Der Buchstabe z passt außerdem zur Vorstellung eines Endes und zur Sprache der Z-Attacken seiner Generation.
Von der vergrabenen Kreatur zum Sternenverschlinger
Necrozma debütierte in der siebten Generation als eine Präsenz, die mit dem Licht von Alola verbunden ist. In Pokémon Ultrasonne und Ultramond rückte es ins Zentrum, indem es Solgaleo oder Lunala absorbierte. Abendmähne-Necrozma bewahrt Solgaleos katzenartige Gestalt, während Morgenschwingen-Necrozma die Fledermausgrundform von Lunala beibehält. Ultra-Necrozma legt diese Silhouetten ab und nimmt eine geflügelte Form an, die an einen Drachen oder einen Stern erinnert, der eine unvorstellbare Energiemenge freisetzt.
Bei den Formen handelt es sich nicht um Entwicklungen. Es sind Zustände der Fusion und Verwandlung – ein Unterschied, der wichtig ist, weil die ursprüngliche Art weiterhin die dunkle Kreatur bleibt, die zum Überleben nach Licht sucht. Die Pokédex-Einträge betonen diesen Widerspruch: Die Energiequelle, die sie braucht, scheint zugleich das zu sein, was sie verliert.
Werte, die Vorbereitung verlangen
Die Verteilung auf 97 KP, 101 Verteidigung und 89 Spezial-Verteidigung gibt ihm eine solide Widerstandsfähigkeit, doch der auffälligste Wert ist der Spezial-Angriff von 127. Necrozma funktioniert am besten, wenn man ihm eine Runde gibt, um Gedankengut, Eisenabwehr oder Drachentanz einzusetzen. Danach bestrafen Photonen-Geysir und Prisma-Laser Gegner, die den Typ Psycho nicht resistieren, während Erdkräfte, Juwelenkraft und Finsteraura mehrere vorhersehbare Wechsel abdecken.
Prismarüstung erlaubt es, einen sehr effektiven Treffer zu überstehen, der einen anderen Angreifer besiegen würde, behebt seine Schwächen aber nicht. Unlicht-Typen sind besonders unangenehm, wenn es keine passende Antwort dabeihat, und schnelle Gegner nutzen seine Basis-Initiative von 79 aus. In offensiven Teams setzt man es am besten ein, nachdem seine Antworten geschwächt wurden; in langsameren Teams helfen Gravitation oder Bizarroraum dabei, dass seine Angriffsrunden stärker ins Gewicht fallen.
Der Preis dafür, vier Pokémon in einem zu tragen
Die Vielseitigkeit ist zugleich sein größtes praktisches Problem. Es kann physisch oder speziell angreifen, Tarnsteine auslegen, seine Werte erhöhen, KP wiederherstellen oder Tera-Ausbruch verwenden, um den Typ seiner Offensive zu verändern. All diese Funktionen passen nicht in ein einziges Set. Ein spezielles Necrozma mit Gedankengut hat nicht denselben Platz wie ein physisches mit Schwerttanz, und eine defensive Variante verliert an Durchschlagskraft, wenn sie mehrere Plätze für Heilung und Verstärkungen verwendet.
In einem normalen Spieldurchlauf erlauben Morgengrauen und Mondschein, nach erlittenem Schaden aktiv zu bleiben, während Konfusion, Kraftvorrat und Psychostoß günstigere oder speziellere Optionen als seine Hauptattacken bieten. Prisma-Laser hebt man sich für Runden auf, in denen der maximale Treffer zählt: Seine 160 Kraft gleichen aus, dass es keine Attacke ist, die man gedankenlos einsetzen sollte. Die Art wirkt wie ein unvollständiger Körper, und auch ihre Spielweise bewahrt diese Spannung zwischen vielen Antworten und der Unmöglichkeit, sie alle gleichzeitig einzusetzen.