Austos im Detail
Eine Muschel mit Klosternamen
Der englische Name lässt sich auf zwei Arten lesen, und beide passen. Zum einen sind clam und oyster, also Muschel und Auster, zu einem Wort verschmolzen, das es eigentlich nicht gibt. Zum anderen steckt cloister, der Kreuzgang, darin — ein Ort, an dem man sich einschließt. Für ein Wesen, dessen wichtigste Eigenschaft darin besteht, sich niemals zu öffnen, funktioniert das in beide Richtungen. Das Französische löst es mit Crustabri anders: aus crustacé und abri, also „Schutz“, obwohl das Pokémon kein Krebstier ist. Das Japanische lautet パルシェン, transliteriert Parshen.
Das Design geht von einer echten Muschel aus, einer Auster oder einer Klaffmuschel, und ergänzt etwas, das kein echtes Muscheltier besitzt: eine zweite, von Stacheln übersäte Außenhülle. Die Items, die es in freier Wildbahn hinterlässt — Perle und Riesenperle — schließen den Kreis zu seiner biologischen Vorlage.
Was ihm die fünfte Generation schenkte
Vier Generationen lang war es eine Schale mit guten Werten und wenig, was es damit anfangen konnte. Die fünfte gab ihm Hausbruch und Eisspeer auf einmal, und das schrieb die ganze Spezies neu: Die Fähigkeit Wertelink, die bis dahin nur Muschas und Austos besaßen und die kaum etwas brachte, wurde zum Motor eines Angreifers, der eine Vorbereitungsrunde in fünf garantierte Treffer verwandeln konnte. Nur wenige Spezies haben ihre Rolle so stark verändert, ohne dass auch nur ein Basiswert angefasst wurde.
Man sollte verstehen, was Wertelink tatsächlich macht. Die Fähigkeit erhöht nicht die Stärke pro Treffer, sondern legt die Zahl der Treffer auf fünf fest, statt zwischen zwei und fünf zu würfeln. Der Gewinn liegt in der Sicherheit. Außerdem prüft jeder Treffer einzeln die Screens, Delegatoren und Items, die beim Erleiden von Schaden aktiviert werden.
Verteidigung 180 und warum das nicht reicht
Der Vergleich zwischen seinen 180 Verteidigung und seinen 45 Spezial-Verteidigung erklärt, warum es nie eine echte Wall war. Eine Wall muss von beiden Seiten aushalten, und hier gehen die Hälfte aller Attacken durchs Pokémon, als gäbe es keine Schale. Pottrott mit 230 in beiden Verteidigungswerten ist das offensichtliche Gegenbeispiel; Lapras mit demselben Typ Wasser und Eis verteilt seine Werte deutlich gleichmäßiger und überlebt Dinge, die Austos einfach vom Feld fegen.
In einem normalen Spiel ist sein Einsatz ein anderer. Es lernt Stachler und Giftspitzen von Anfang an, steckt mittelstarke physische Attacken locker weg und hat Rückzug und Eisenabwehr, um das noch weiter zu erhöhen, was ohnehin schon hoch ist. Gegen Arenen vom Typ Pflanze und Kampf ist nichts zu machen. Gegen Trainer, die mit Boden, Flug oder Drache angreifen, entscheidet ein gut platzierter Eisspeer den Kampf dagegen in einer Runde.
Seine andere Fähigkeit, Panzerhaut, verhindert Volltreffer vollständig. Bei einem Pokémon mit enorm hoher Verteidigung ist das wertvoller, als es zunächst scheint: Ein Volltreffer ignoriert die Verteidigungssteigerungen des Verteidigers, und genau das ist der Weg, auf dem ein Gegner den Panzer durchdringen könnte. Die versteckte Fähigkeit, Wetterfest, schützt vor Hagel und Pulverattacken. Das sagt allerdings wenig über eine Spezies aus, die durch ihren Eis-Typ ohnehin immun gegen Hagel ist.
Im Anime debütierte es im Besitz der Anführerin einer Biker-Gang auf der Brücke zur Zinnoberinsel. Jahre später setzte eine auf Eis-Pokémon spezialisierte Trainerin von den Orange-Inseln eines ein, um Ash auf die Probe zu stellen.