Kecleon im Detail
Ein Chamäleon mit einer verräterischen Markierung
Das Design nimmt ein Chamäleon als Grundlage, übertreibt aber zwei Merkmale, um daraus Mechaniken zu machen: die Fähigkeit zum Farbwechsel und die ausfahrbare Zunge. Das Zickzackmuster auf dem Bauch dient als bewusst gesetzte visuelle Einschränkung. Auch wenn es seine Haut an die Umgebung anpasst, bleibt immer ein erkennbares Zeichen zurück. Die Pokédex-Einträge ergänzen eine ungewöhnliche Verhaltensdeutung: Zu langes Verstecken macht es schlecht gelaunt, und die Körperfarbe spiegelt seine Vitalität wider.
Der japanische Name カクレオン setzt sich aus kakureru, „sich verstecken“, und „Chamäleon“ zusammen. Kecleon greift dieselbe Idee im Englischen auf, mit einer Schreibweise, die das Tier und den Gedanken des Versteckens miteinander verbindet. Die Spezies teilt das Motiv der Tarnung mit Ditto, aber hier gibt es keine vollständige Verwandlung und keine Kopie des Aussehens eines anderen Wesens.
Das unsichtbare Hindernis von Hoenn
Es debütierte in der dritten Generation und wurde besonders eng mit seiner Fähigkeit eingeführt. In Pokémon Rubin, Saphir und Smaragd erscheint es an bestimmten Orten in Hoenn versteckt und versperrt den Weg wie ein unsichtbares Hindernis. Das Devon-Scope macht seine Silhouette sichtbar, woraufhin man gegen es kämpfen kann. Dadurch wurde der Farbwechsel mehr als eine bloße Beschreibung: Das Spiel nutzte ihn selbst, um die Spezies vor dem Spieler zu verbergen.
Bei seinen ersten Auftritten war Farbwechsel sein charakteristisches Merkmal. Die Fähigkeit konnte einen erlittenen Treffer in einen späteren Widerstand verwandeln, setzte Kecleon aber auch sehr effektiver Coverage aus. Später erhielt es Wandlungskunst als versteckte Fähigkeit. Das veränderte seine Spielweise: Statt darauf zu warten, dass der Gegner seinen Typ veränderte, konnte es das vor dem Angriff selbst tun und mit Attacken vieler verschiedener Typen STAB erhalten.
Ein Werkzeugkasten auf kurzen Beinen
Sein Repertoire ist deutlich größer als das eines gewöhnlichen Normal-Angreifers. Es beherrscht Attacken vom Typ Feuer, Eis, Elektro, Gestein, Kampf, Unlicht, Geist und Psycho sowie Unterstützungsattacken wie Donnerwelle, Tarnsteine, Aufbereitung und Delegator. Das Problem ist, dass diese Vielfalt seine Statuswerte allein nicht ausgleicht. Wandlungskunst erhöht den Schaden und erlaubt es, mit Resistenzen zu spielen, aber jede Attacke legt auch fest, welchen Typ es danach hat.
Die Kombination aus Ableithieb, Schmarotzer und Tiefschlag fasst seinen Stil gut zusammen: physischer Druck, Heilung und Priorität. Schattenstoß fügt eine weitere Prioritätsattacke hinzu und ändert Kecleons Typ mit Wandlungskunst zu Geist. Ränkeschmied eröffnet einen speziellen Ansatz, aber seine 60 Spezial-Angriff tragen ihn nicht so gut wie seine physische Coverage. Genesung, die als Zuchtattacke verfügbar ist, nutzt seine 120 Spezial-Verteidigung in längeren Kämpfen aus.
Wann es einen Platz verdient
In einem normalen Spieldurchlauf funktioniert es am besten als Antwort auf einen speziellen Angreifer, der keine überzeugende physische Coverage besitzt. Es kann einwechseln, den Treffer aushalten und mit Schmarotzer, Ableithieb oder Donnerwelle bestrafen. Gegen schnelle Teams sind Tiefschlag und Schattenstoß beinahe Pflicht, weil seine 40 Initiative verhindern, dass es den Austausch aus eigener Initiative gewinnt.
Man sollte es nicht blind gegen physische Angreifer einsetzen und auch nicht auf dem Feld lassen, während der Gegner Typwechsel anhäuft. Farbwechsel erfordert noch mehr Vorsicht: Einen Treffer vom Typ Kampf einzustecken und anschließend selbst den Typ Kampf anzunehmen, kann gegen Unlicht helfen, öffnet aber neue Schwächen. In Bizarroraum-Teams wird seine Langsamkeit vom Nachteil zu einer nutzbaren Eigenschaft. Gegen Quajutsu teilt es die Idee, den Typ durch Wandlungskunst zu ändern, kann aber mit seiner Initiative nicht mithalten; mit Formeo teilt es die Verbindung zwischen Aussehen und Typ, auch wenn seine Anpassung während des Kampfes stattfindet.