Tentoxa im Detail
Achtzig Tentakel und eine Portugiesische Galeere
Das Japanische ist schlicht beschreibend: ドククラゲ setzt sich aus 毒 (Gift) und 水母 (Qualle) zusammen. Das Englische ist etwas ausgefeilter und verbindet tentacle mit cruel; während der Entwicklung wurde außerdem ein anderer Name erwogen, Man-O-War, der direkt auf die Portugiesische Galeere verweist. Diese Vorlage passt besser als eine beliebige Qualle: Die Portugiesische Galeere ist kein Tier, sondern eine Kolonie von Organismen, mit Nessel-Tentakeln, die mehrere Dutzend Meter lang werden können, und einer an der Oberfläche treibenden Schwimmblase. Daher kommen der durchscheinende Körper, die unabhängigen Tentakel und die Angewohnheit, in Schwärmen aufzutauchen.
Für die roten Kugeln gibt es kein biologisches Gegenstück. Sie sind ein Designelement, das als Signal dient – sie leuchten, wenn das Wesen erregt ist – und als Begründung für die Ultraschallentladung in den Pokédex-Einträgen.
Was die Aufteilung des Spezial-Angriffs angerichtet hat
In der ersten Generation besaß es nur einen einzigen Spezial-Wert von 120, und diese Zahl bestimmte gleichzeitig die Stärke seiner Attacken und seine Widerstandskraft gegen spezielle Gegner. Mit Wasser und Gift als Typen war es ein Pokémon, das hart zuschlug und gleichzeitig viel aushielt.
Die zweite Generation teilte diesen Wert in zwei auf, und die Verteilung war nicht freundlich: Die 120 blieben bei der Spezial-Verteidigung, während der Spezial-Angriff auf 80 sank. Mit einem Schlag hörte es auf, offensiv bedrohlich zu sein, und wurde zu dem, was es bis heute ist: ein schneller, mäßig schlagkräftiger Tank. Die Fähigkeiten kamen später, mit der dritten Generation, und Regengenuss noch später als versteckte Fähigkeit.
Eine Ähnlichkeit, die keine Verwandtschaft ist
In Paldea tauchte Tenterra auf, mit derselben Glockensilhouette und Tentakeln, demselben allgemeinen Eindruck und ohne jede evolutive Verbindung: eine konvergente Art vom Typ Boden und Pflanze, ein Pilz, der eine Qualle imitiert. Der Witz funktioniert, weil das Original nie genau einem erkennbaren Meerestier entsprach.
Im Wasser ist der Vergleich ein anderer. Toxiquak erfüllt dieselbe Rolle als giftiges Stör-Pokémon mit deutlich besseren Verteidigungswerten und lächerlicher Initiative; Starmie teilt Turbodreher und die hohe Initiative, schlägt aber tatsächlich zu. Die eigene Nische ist die Spezial-Verteidigung von 120 in Kombination mit der Absorption von Giftspitzen, die keines der beiden bietet.
Wie man es in einem normalen Spieldurchlauf spielt
Die Levelaufstiegs-Liste ist knauserig und kommt spät. Blubbstrahl auf Level 24 und Aquawelle auf Level 16 müssen die gesamte Spielmitte tragen, weil Surfer erst auf Level 46, Schlammwoge erst auf Level 52 und Hydropumpe erst auf Level 58 auftauchen. Dazwischen gibt es zwei Statusattacken, die den Schwachpunkt ausgleichen: Säurepanzer auf Level 34 erhöht die Verteidigung um zwei Stufen, genau den Wert, der bei 65 liegt, und Kreideschrei auf Level 20 senkt die Verteidigung des Gegners um weitere zwei Stufen.
Superschall auf Level 12 ist die typische Verwirrung mit unzuverlässiger Genauigkeit. Und Tarnung, seit Level 1 verfügbar, kopiert den Typ des Gegners – in einem Spieldurchlauf gegen die KI taugt das eher zum Herumprobieren als zum Gewinnen. Der praktische Weg führt über die TMs: Matschbombe, Eisstrahl und Toxin decken fast alles ab, was ein Wasser-Pokémon abdecken muss.