Volcanion im Detail
Ein Kessel auf vier Beinen
Das Design geht von einer ziemlich direkten Idee aus: einem vierbeinigen Wesen mit einem Organ, das Wasser bei extremen Temperaturen verdampfen kann. Die beiden Arme auf seinem Rücken funktionieren als Kanonen und machen die Verbindung zu Kesseln, Dampfmaschinen und Artillerie sichtbar. Kopf und Haltung erinnern außerdem an Shisa und Komainu, löwenähnliche Schutzfiguren aus der Tradition der Ryūkyū-Inseln.
Der englische und der japanische Name werden gleich geschrieben: ボルケニオン. Der erste Teil verweist auf „volcano“ oder „volcanic“, während die Endung zu „lion“ passt. Die Rückenkanonen lassen außerdem eine Verbindung zu „cannon“ zu, eine Lesart, die zu seiner Anatomie und zu der Art passt, wie es Dampf ausstößt.
Eine Event-Art mit unregelmäßiger Verfügbarkeit
Volcanion debütierte in der sechsten Generation als Mysteriöses Pokémon und vervollständigte den Zentral-Kalos-Pokédex. Sein ursprünglicher Zugang war an Verteilungen gebunden und nicht an einen normalen Fang während des Abenteuers. Danach änderte sich seine Präsenz je nach Spiel: In der siebten und achten Generation erhielt es keine eigenen Pokédex-Einträge, blieb aber unter bestimmten Voraussetzungen übertragbar.
Diese Entwicklung unterscheidet es von Mysteriösen Pokémon wie Hoopa oder Magearna, die ebenfalls auf besondere Methoden angewiesen sind, aber andere Konzepte und Rollen haben. Volcanion behält dasselbe Design und dieselbe Form, ohne eine alternative Transformation, die seine Funktionen verändert.
Der Vorteil von Wasser und Feuer zugleich
Seine Typenkombination bestimmt die gesamte Strategie. Offensiv decken Feuer und Wasser viele gängige Ziele ab, und Dampfschwall kann Druck ausüben, ohne auf die Möglichkeit einer Verbrennung zu verzichten. Defensiv ermöglichen ihm die Feuer-Resistenz und die Immunität durch H2O-Absorber, Attacken abzufangen, die andere Feuer-Angreifer kampfunfähig machen würden. In dieser Hinsicht erinnert es an Heatran, auch wenn Volcanion einen Teil seiner Resistenzen gegen direkten Zugang zu Wasser-Attacken eintauscht.
Der Nachteil sind seine Schwächen gegen Boden, Elektro und Gestein. Ein Gegner, der einen Wechsel erzwingt, kann diese Runde nutzen, um Entry Hazards auszulegen oder mit einer sehr effektiven Coverage-Attacke anzugreifen. Die Initiative 70 erlaubt es ebenfalls nicht, Volcanion gegen offensive Teams als unmittelbaren Druckmacher zu spielen. Besser bringt man es durch einen sicheren Wechsel ins Spiel, nachdem ein Teammitglied Kehrtwende oder Voltwechsel eingesetzt hat, oder gegen eine Wasser-Attacke, die H2O-Absorber aktiviert.
So nutzt man es, ohne freie Züge zu verschenken
In einem normalen Kampf kommt es gut gegen Wasser-Pokémon ohne Boden- oder Elektro-Coverage, gegen Feuer-Angreifer und gegen bestimmte Stahl-Pokémon ins Spiel. Von dort aus ist Dampfschwall die natürlichste Druckoption; Flammenwurf nutzt man, wenn Genauigkeit gefragt ist, und Matschbombe, Erdkräfte oder Fokusstoß bestrafen einige erwartbare Wechsel. Regentanz verstärkt seine Wasser-Attacken, verringert aber den Spielraum seiner Feuer-Attacken, weshalb man es nicht ohne konkreten Grund einsetzen sollte.
Man muss es von Entry Hazards fernhalten und verhindern, dass es Statusveränderungen erleidet, die seine Einsatzdauer verkürzen. Drachen-Pokémon und spezielle Walls halten seinen Attacken meist besser stand, während schnelle Boden- oder Elektro-Nutzer es zum Rückzug zwingen. In Teams, die diese Bedrohungen abdecken, kann Volcanion zwischen direktem Schaden, Verbrennungen und abgefangenen Wechseln mit H2O-Absorber wechseln. Seine Kanonen sind kein vom Konzept losgelöstes Element: Sie erklären, warum es Attacken beider Typen erlernt und warum Dampfschwall im Zentrum seines Repertoires steht.