Yveltal im Detail
Ein Y mit Flügeln und Adern
Das Design beruht auf einer sehr konkreten Idee: Der ausgestreckte Körper bildet den Buchstaben Y, so wie Xerneas auf das X verweist und Zygarde die thematische Achse von Kalos vervollständigt. Yveltal wurde von Ken Sugimori und Yusuke Ohmura entwickelt. Sein Aussehen verbindet einen Vogel mit langem Schwanz mit Aasvögeln wie Krähen und Geiern und ergänzt diese Merkmale um Züge einer drachenartigen Kreatur. Die Form der Flügel, der Schnabel und die Krallen verstärken die Lesart als Greifvogel; die rote Farbe und die schwarzen Linien erinnern an Blut, Adern und Lebensenergie.
Der Name bewahrt das anfängliche Y und verbindet diesen Bezug mit evil, „böse“, und quetzal. Das Ergebnis passt zu einer fliegenden Kreatur, die nicht für das sich erneuernde Leben steht, sondern für die verzehrte Lebenskraft. Sein japanischer Name, イベルタル, behält dieselbe Form wie der englische.
Das Gegenstück zu Xerneas
Im Kalos-Trio verkörpert Xerneas die Weitergabe des Lebens, während Yveltal diese Energie absorbiert. Es handelt sich nicht um einen einfachen Gegensatz zwischen Held und Bösewicht. Die Pokédex-Einträge beschreiben einen natürlichen Kreislauf: Es erwacht, zerstört, erschöpft die Vitalität und kehrt in den Kokon zurück. Der Film Pokémon – Der Film: Diancie und der Kokon der Zerstörung führte diese Idee in einer direkteren Situation aus, in der Yveltal zu einer Bedrohung für einen Wald und seine Bewohner wird, bevor es zur Ruhe zurückkehrt.
Zygarde nimmt eine andere Position ein. Es steht nicht für eines der beiden Extreme, sondern für die Überwachung des ökologischen Gleichgewichts. Diese Beziehung erklärt, warum Yveltal besser als zerstörerische Kraft denn als gewöhnlicher Räuber funktioniert: Seine Zerstörung besitzt eine ökologische Dimension.
Von Ubers bis zur achten Generation
Seit seinem Debüt in der sechsten Generation war Yveltal dank seiner offensiven Werte und Dunkelaura in Ubers präsent. In der siebten Generation blieb es eine Bedrohung der Spitzenklasse, sowohl wegen seiner Unlicht-Attacken als auch wegen der Möglichkeit, physische, spezielle oder defensive Sets zu spielen. Die Fähigkeit behielt ihre Funktion, auch wenn die Verstärkung von Unlicht-Attacken gegenüber seinem Debüt angepasst wurde.
In Schwert und Schild blieb es in Ubers und gewann als Antwort auf Bedrohungen vom Typ Geist an Wert, besonders gegen Angreifer, die seine KP und Resistenzen nicht überwinden konnten. Je nach gewähltem Set konnte es das Team auch mit Verhöhner, Kehrtwende oder Ruheort unterstützen. Seine Initiative erlaubt es ihm standardmäßig nicht, als schneller Angreifer zu agieren. Deshalb muss es seine KP bewahren, Immunitäten ausnutzen und den richtigen Zeitpunkt für die Einwechslung wählen.
So nutzt du seine Züge
Die Verteilung von Angriff und Spezial-Angriff begünstigt gemischte Sets, zwingt aber nicht dazu, das Team unnötig kompliziert zu machen. Finsteraura bietet zuverlässigen speziellen Schaden; Schmarotzer nutzt den Angriff des Gegners; Unheilsschwingen trifft Ziele, die Unlicht widerstehen; und Fokusstoß durchbricht bestimmte Antworten, birgt aber das Risiko eines Fehlschlags. Tiefschlag verleiht Priorität, funktioniert aber nur, wenn der Gegner eine Attacke wählt.
Man sollte es vor Elektro, Fee, Eis und Gestein schützen. Seine Immunitäten gegen Boden und Psycho ermöglichen Einwechslungen gegen bestimmte Attacken und können einen freien Zug verschaffen, doch seine Resistenzen dürfen nicht mit Unverwundbarkeit verwechselt werden: 95 Verteidigung und 98 Spezial-Verteidigung sind nützliche Werte, aber keine Erlaubnis, sehr effektive Treffer einfach hinzunehmen. Wenn seine Lebenszeit erlischt, beschreibt der Pokédex keinen endgültigen Tod, sondern die Rückkehr in den Kokon.