Azurill im Detail
Lapislazuli auf Beinen
Der japanische Name ルリリ (Ruriri) kommt von 瑠璃 (ruri), dem Lapislazuli, dem blauen Stein. Das Englische gelangt auf anderem Weg an denselben Punkt: azure, Blau, plus rill, ein kleiner Bach. Wasserfarbe und fließendes Wasser. Die Endung „-rill“ verbindet es schon vor dem ersten Blick auf das Design mit Marill und Azumarill. Es sieht aus wie eine runde Maus mit kreisförmigen Ohren und rosa Innenflächen – genau dasselbe Grundmuster wie bei seinen Entwicklungen, nur dass der Schwanz hier bis zum Äußersten getrieben wird.
Es gehörte zu den ersten Pokémon der dritten Generation, die gezeigt wurden: am 7. März 2001 zusammen mit Wailmer und Kecleon. Das ist durchaus bemerkenswert: Das erste Bild, das die Öffentlichkeit von Hoenn zu sehen bekam, enthielt ein Baby-Pokémon aus einer Johto-Entwicklungslinie.
Der Typ, der zwölf Jahre zu spät kam
Bis zur fünften Generation war es reiner Normal-Typ und hatte noch keine zweite Hälfte. Damit war ein Mitglied einer Wasser-Linie ohne einen Tropfen Wasser am Körper, obwohl es auf Level 1 Aquaknarre und auf Level 6 Blubbstrahl erlernte. Die sechste Generation fügte Fee hinzu – und damit die Immunität gegen Drache, Resistenzen gegen Kampf und Unlicht sowie die beiden Schwächen gegen Gift und Stahl, die es heute mit sich herumträgt.
Dieselbe Generation behob eine weitere seiner Merkwürdigkeiten. Sein Geschlechterverhältnis liegt bei drei Weibchen pro Männchen, während Marill gleichmäßig verteilt ist. Deshalb berechnete das Spiel das Geschlecht bei der Entwicklung neu, und ungefähr ein Drittel der weiblichen Azurill wurde zu männlichen Marill. Seit der sechsten Generation bleibt das Geschlecht bei der Entwicklung erhalten, und das Problem ist verschwunden. Als Beispiel für dieses Verhalten wird es aber weiterhin genannt.
Im Vergleich zu den anderen Babys
Igglybuff ist der naheliegende Vergleich: ein weiteres Baby-Pokémon vom Typ Normal und Fee, das sich mit einer Zutraulichkeit von 160 entwickelt und mit 210 Basiswertpunkten gegenüber den 190 hier etwas besser dasteht. Beide teilen denselben Makel, nämlich nur dazu da zu sein, eine Entwicklungslinie rückwärts aufzufüllen, und dieselbe Stärke: Sie schlüpfen nach einer Handvoll Schritte. Der Unterschied liegt am Ende des Weges: Azumarill kommt auf 420 Basiswertpunkte, 100 KP und einen Angriff von 50, den Kraftkoloss verdoppelt, während die Entwicklungslinie von Igglybuff anderswo landet.
Für einen normalen Spieldurchlauf ist die Empfehlung unangenehm, aber ehrlich: Benutz es nicht. Ein Pokémon mit 20 Angriff, 20 Spezial-Angriff und 20 Initiative gewinnt keine Kämpfe. Das Einzige, was man durch einen Platz im Team bekommt, ist die Zutraulichkeit, die es beim Herumlaufen sammelt. Wenn man es trotzdem trainieren will, hilft die Reihenfolge ein wenig – Rechte Hand auf Level 3 zum Abfedern, Blubbstrahl auf Level 6 als einziger brauchbarer Angriff für sechs Level, Charme auf Level 9, um den Angriff der Angreifer zu senken, und ab Level 12 kann man mit Slam und Sprungfeder Druck machen. Auf Level 15 endet die Liste der Attacken durch Levelaufstieg, und bis dahin dürfte die Zutraulichkeit meistens ohnehin dort sein, wo sie sein soll.
Und noch eine letzte Anmerkung zur Liste der Level-1-Attacken, die drei Einträge enthält: Rutenschlag, Aquaknarre und Platscher. Eine davon bewirkt absolut nichts.