Glutexo im Detail
Eine Echse namens Echse
Der japanische Name lautet リザード, „Lizardo“ – das englische Wort lizard einfach ins Katakana übertragen und mehr nicht. Kein Wortspiel, keine doppelte Bedeutung, kein Einfall wie bei anderen Linien aus Kanto: Das Ding ist eine Echse und heißt Echse. Der westliche Name wurde für die Lokalisierung dagegen aus char, also verbrennen oder verkohlen, und chameleon zusammengesetzt. Das Problem ist nur, dass es überhaupt nichts Chamäleonartiges an sich hat – weder unabhängig bewegliche Augen noch einen Hautfarbenwechsel noch eine ausfahrbare Zunge. Die Wahl erklärt sich ausschließlich durch den Reim mit Glumanda und Glurak.
Das Design stammt von Atsuko Nishida. Die sichtbare Vorlage ist die Echse und damit verbunden der Feuersalamander aus der europäischen Tradition, dem man zuschrieb, aus Flammen geboren zu werden. Der Kamm im Nacken ist das Detail, über das am meisten gesprochen wird, weil er an den eines Parasaurolophus erinnert. Außerdem taucht er in dieser Linie zum ersten Mal auf: Glumanda hat ihn nicht, Glurak ersetzt ihn durch zwei gerade Hörner.
Dasselbe Pokémon wie Igelavar
Eine Übereinstimmung wird oft übersehen. Igelavar, die Zwischenstufe des Feuer-Starters aus Johto, hat exakt dieselben sechs Basiswerte: 58 KP, 64 Angriff, 58 Verteidigung, 80 Spezial-Angriff, 65 Spezial-Verteidigung und 80 Initiative. Nicht ähnlich, sondern identisch. Beide sind reine Feuer-Typen, kommen zusammen auf 405 und entwickeln sich zu einem Pokémon mit 534. Als Game Freak die zweite Generation entwarf, wurde die Vorlage kopiert und das Tier ausgetauscht.
Der Unterschied liegt in der Attackenliste, und dort gibt es keinen Gleichstand. Hier kommen auf Level 12 Feuerodem, auf Level 19 Feuerzahn und auf Level 24 Schlitzer dazu, außerdem ein TM-Katalog mit Drachenklaue, Drachenpuls und Wutanfall. Der Zugriff auf den Typ Drache kommt von der Ei-Gruppe und der thematischen Verwandtschaft zur Linie, nicht von seinen Typen. Genau das verschafft ihm eine Möglichkeit gegen Gegner, die Feuer widerstehen.
Was sich unter der Haube geändert hat
In der ersten Generation gab es Spezial-Angriff und Spezial-Verteidigung nicht getrennt: Es existierte ein einziger Spezial-Wert, und seiner lag bei 80. Als die zweite Generation die beiden Werte trennte, blieben die 80 im Angriff und die Verteidigung sank auf 65. Dadurch wurde die Spezies deutlich fragiler als in Rot und Blau, wo dieser eine Wert von 80 sowohl zum Austeilen als auch zum Einstecken diente.
Die Fähigkeiten kamen später, in der dritten Generation, und die versteckten Fähigkeiten noch später. Großbrand wurde als gemeinsame Fähigkeit aller Starter eingeführt, während Solarkraft als versteckte Alternative auftauchte – ein Tausch von KP gegen Kraft, der nur bei Sonnenschein auf dem Feld funktioniert. Das ist die einzige der drei Änderungen, die ihm etwas Brauchbares hinzugefügt hat.
Wann sich die Entwicklung nicht lohnt
Zwanzig Level Lebenszeit sind nicht viel, und die Attackenliste nach Level bestätigt das: Nach Flammenwurf auf Level 30 folgen auf Level 37 Grimasse, auf Level 48 Inferno und auf Level 54 Flammenblitz – alles Attacken, die man bereits mit Glurak im Team hat. Hier absichtlich zu bleiben, ergibt nur in Formaten Sinn, die nicht entwickelte Pokémon belohnen, wobei der Evolith die 58 Verteidigung ausgleicht. In einem normalen Spieldurchlauf ist die vernünftige Antwort auf den Evolutionsbildschirm, ihn einfach durchlaufen zu lassen.