Krebscorps im Detail
Ein Flusskrebs mit der Mentalität eines Eindringlings
Krebscorps basiert auf einem roten Flusskrebs, wird aber als eingeschleppte Art dargestellt, die schließlich entkommt und wild lebende Populationen bildet. Die Pokédex-Einträge betonen diese Anpassungsfähigkeit: Es lebt in schmutzigen Flüssen, akzeptiert jede Nahrung und bewahrt selbst in geschädigten Lebensräumen eine hohe Lebenskraft. Das ist kein dekoratives Detail. Sein Verhalten beschreibt eine widerstandsfähige, opportunistische Art, die nur schwer wieder loszuwerden ist, sobald sie sich angesiedelt hat.
Der japanische Name ヘイガニ verbindet die Vorstellung eines Soldaten mit der eines Flusskrebses. Die Form der Scheren und die herausfordernde Haltung vervollständigen diese militärische Lesart. Auch „Corphish“ verbindet eine Anspielung auf einen militärischen Rang oder Verband mit crayfish, „Flusskrebs“.
Was sich mit Anpassung änderte
Es erschien in der dritten Generation mit einem einfachen physischen Profil, blieb in der vierten Generation im Little Cup aber hinter anderen Wasser-Angreifern zurück. Mit dem Auftauchen von Anpassung als versteckter Fähigkeit in der fünften Generation änderte sich seine Angriffsweise: Seine Wasser-Attacken übten deutlich mehr Druck aus, und die zusätzliche Verteidigung durch Evolith half dabei, seine eher niedrigen KP auszugleichen.
Die sechste Generation gab ihm zwei weitere wichtige Werkzeuge. Aqua-Jet ließ es Gegner erledigen, bevor es selbst getroffen wurde, und die erhöhte Stärke von Abschlag machte das Entfernen des gegnerischen Items zu einem Teil seines offensiven Plans. Seitdem stehen Schwerttanz und Drachentanz für zwei verschiedene Wege: Der erste durchbricht widerstandsfähigere Teams, der zweite versucht aufzuräumen, sobald schnelle Gegner bereits geschwächt sind.
Eine enge, aber erkennbare Nische
Im Little Cup gehören andere physische Wasser-Pokémon wie Krabby zu seiner natürlichen Konkurrenz. Dazu kommen Arten, die sich ebenfalls auf einen Sweep vorbereiten können, etwa Tirtouga oder Omanyte. Krebscorps hebt sich durch Anpassung und die Kombination aus Abschlag und Aqua-Jet von ihnen ab. Es muss einen geschwächten Gegner nicht immer mit einer langsamen Attacke treffen: Es kann die Priorität für das Ende aufheben und den Rest seines Movepools nutzen, um Lücken zu reißen.
Sein Problem tritt auf, wenn der Gegner noch ein Pflanzen-Pokémon oder eine Antwort besitzt, die Wasser widersteht. Die Spezial-Verteidigung 35 erlaubt es ebenfalls nicht, viele spezielle Attacken einzustecken. Schnellere Pokémon zwingen es zum Wechsel, und der angesammelte Schaden durch das Einwechseln und eingesteckte Treffer verringert seine Möglichkeiten, Schwerttanz vorzubereiten, erheblich.
Wie man es einsetzt, ohne freie Züge zu verschenken
In einem normalen Spieldurchlauf sollte man es nach einem erzwungenen Wechsel durch einen Gegner einsetzen, der schwach gegen Wasser ist, oder wenn der Gegner keine klare Antwort auf Abschlag hat. Kalkklinge bietet physischen Wasserschaden, ohne vom Spezial-Angriff abhängig zu sein, während Knirscher Pokémon abdeckt, die Wasser widerstehen. Schutzschild dient dazu, Attacken auszukundschaften und Informationen zu gewinnen, behebt aber seine fehlende Initiative nicht, wenn man dafür einen Zug aufwendet.
Wenn das Team bereits Möglichkeiten hat, Pflanzen- und Elektro-Pokémon zu schwächen, ist Krebscorps als Angreifer in der Mitte des Spiels am stärksten. Sind diese Gegner noch unbeschadet, sollte man es besser für den finalen Sweep mit Aqua-Jet aufsparen. Im Alola-Pokédex wird erwähnt, dass viele Trainer es freiließen, bevor sie mit seiner Aufzucht fertig waren; seine Fähigkeit, allein zu überleben, erklärt, warum diese Entscheidung seine Präsenz nicht verringerte, sondern weiter ausbreitete.