Milotic im Detail
Von Barschwa zur Museumsfigur
Die Entwicklungslinie von Milotic nutzt eine sehr markante Verwandlung. Barschwa steht für einen wenig ansehnlichen Fisch, während seine Entwicklung die Proportionen einer Seeschlange und ein Aussehen annimmt, das an eine Meerjungfrau erinnert. Die Beziehung erinnert an das Märchen vom hässlichen Entlein: Ein verachtetes Wesen verändert sich vollständig und wird fortan mit Schönheit verbunden. Der fächerförmige Schwanz, die an Haare erinnernden Flossen und die wie Glasmalerei wirkenden Schuppen verstärken die schmückende Wirkung des Designs.
Der englische Name Milotic spielt klar auf die Venus von Milo an und ergänzt dieses Motiv um einen Bezug zum Wasser. Auch der japanische Name ミロカロス (Milokaross) geht von der Venus von Milo aus; der zweite Teil steht mit griechischen Begriffen in Verbindung, die Schönheit und Anmut bedeuten. Der Name ist nicht um seine Angriffskraft herum aufgebaut, sondern um sein Aussehen und den Eindruck, den es beim Betrachten hinterlässt.
Schönheit als Mechanik
Milotic erschien in der dritten Generation, in der auch die Pokémon-Wettbewerbe eingeführt wurden. Seine Entwicklung war an die Schönheit von Barschwa gebunden, wodurch die Spezies von Anfang an mit einer Mechanik verbunden war, die Präsentation und nicht nur Kampfstärke bewertete. Attacken wie Säuselstimme, Wasserring, Anziehung und Lebenstropfen bewahren einen Teil dieser freundlichen Identität, während Genesung und Surfer es während des Abenteuers praktisch einsetzbar machen.
Seit der fünften Generation gibt es die Alternative, Barschwa mit einer Schönschuppe zu tauschen. Diese Änderung löste ein praktisches Problem: In Spielen ohne Wettbewerbe gab es nicht immer eine direkte Möglichkeit, die nötige Schönheit zu erhöhen. Die Schönheitsbedingung blieb Teil der Entwicklung, wenn das Spiel sie intern beibehielt, doch das Item bot einen deutlich einfacheren Weg für alle, die Barschwa nicht auf diese Weise vorbereiten wollten.
Eine aquatische Variante der Widerstandskraft
Der naheliegende Vergleich ist Garados, eine weitere Wasser-Entwicklung, die aus einem wenig vielversprechenden Wesen eine deutlich größere Bedrohung macht. Garados setzt auf Angriff und physischen Druck; Milotic konzentriert seine besten Werte auf Spezial-Verteidigung und Spezial-Angriff. Der Unterschied zeigt sich auch bei den Fähigkeiten: Bedroher erleichtert Garados das Einwechseln, während Notschutz Milotic auf der physischen Seite widerstandsfähiger macht, wenn es von einer Statusveränderung betroffen ist.
In Story-Teams deckt die Kombination aus Surfer, Genesung und Eisstrahl viele Situationen ab, ohne eine komplizierte Strategie zu verlangen. Hydropumpe verursacht mehr Schaden, aber ihre 5 AP und ihre Genauigkeit von 80 % machen sie beim Durchqueren längerer Gebiete weniger angenehm. In längeren Kämpfen helfen Wasserring und Lebenstropfen dabei, Ressourcen zu sparen, ersetzen Genesung aber nicht, wenn der Gegner hart zuschlägt.
Wie es sich einfügt, wenn der Gegner dich manipulieren will
Siegeswille verändert die Einsatzweise am stärksten. Senkt der Gegner seine Statuswerte, steigt der Spezial-Angriff, und Milotic macht aus einem defensiven Manöver eine offensive Gelegenheit. Der Effekt passt besonders gut in Doppelkämpfe, in denen Wertsenkungen häufiger vorkommen, beseitigt aber weder seine Probleme mit der Initiative noch seine Anfälligkeit gegenüber Elektro- und Pflanzen-Attacken.
Weißnebel verhindert Erhöhungen und Senkungen der Statuswerte, und Drachenrute kann einen Gegner hinausbefördern, der sich vor ihm aufbauen will. Regentanz verstärkt seine Wasser-Attacken und passt zu Hydropumpe oder Surfer, kostet aber einen Zug. Gegen physische Teams können Notschutz und eine kontrollierte Statusveränderung dafür sorgen, dass es schwerer zu besiegen ist; gegen sehr starke spezielle Angreifer sind seine 125 Punkte Spezial-Verteidigung der Hauptgrund, es im Kampf zu halten. In den Seen seiner Pokédex-Einträge kommt die Ruhe vor dem Kampf.