Quiekel im Detail
Das Wildschwein-Ferkel, nicht das Schwein
Das Japanische ウリムー kommt von 瓜坊 (uribō), der dort üblichen Bezeichnung für Wildschwein-Frischlinge, plus der Onomatopoesie des Grunzens. Ein echtes Uribō wird mit hellen und dunklen Streifen auf dem Rücken geboren und verliert das Muster beim Erwachsenwerden. Das Pokémon übernimmt dieses Detail genau: Die Streifen bleiben erhalten, solange es ein Jungtier ist, und verschwinden bei Keifel, das bereits ein ausgewachsenes Tier ist. Das Englische ist flacher: swine plus nub, also Schwein plus Knubbel.
Das Gesicht ist der interessante Teil. Die Augen erscheinen immer geschlossen und vom Pony verdeckt, sowohl in den Illustrationen als auch im 3D-Modell der Spiele. Der einzige visuell vorhandene Teil des Kopfes ist der Rüssel, der zugleich das Organ ist, mit dem das Wesen sein gesamtes Leben bewältigt.
Der Geruchssinn als Geschichte
In Pokémon-Legenden: Arceus, wo es in den Weißen Frostlanden auftaucht, macht der Hisui-Eintrag etwas, das der Pokédex bei einer gewöhnlichen Spezies nur selten tut: Er nutzt ihre Gewohnheit, um zu erklären, wie die Menschen dort lebten. Die Bewohner der Region verließen sich auf den Geruchssinn von Quiekel, um unter dem Schnee vergrabene Pilze aufzuspüren. Dieselbe Angewohnheit, die in Gold und Silber noch ein netter Satz über heiße Quellen war, wird zwölf Spiele später zu einem ethnografischen Detail.
Acht Jahre auf eine dritte Stufe gewartet
Als die Entwicklungslinie in der zweiten Generation debütierte, endete sie bei Keifel, und dort blieb sie während ganz Johto und ganz Hoenn. Mamutel kam mit der vierten Generation dazu, und zwar weder durch einen Stein noch durch Tausch, sondern mit einer Methode, die Game Freak nur selten wiederholt hat: ein Levelaufstieg, während eine bestimmte Attacke bekannt ist — Antik-Kraft. In derselben Generation bekam es Schneemantel als zweite Fähigkeit und später Speckschicht als versteckte Fähigkeit. So kam die Spezies aus dem Jahr 1999 am Ende auf drei Fähigkeiten und eine zusätzliche Entwicklungsstufe.
Das ist nicht das einzige Pokémon, dem es so erging. Schneppke bekam in der vierten Generation ebenfalls eine neue Entwicklungsmöglichkeit, die es bei seinem Debüt noch nicht hatte. Das Muster ist dasselbe: eine zweistufige Linie, die der Pokédex halb fertig liegen gelassen hatte und die eine ganze Generation später vervollständigt wurde.
Ausdauer, Dreschflegel und andere Krücken
Wer es vor Level 33 unbedingt einsetzen will, hat zwei Werkzeuge, die zufällig gut zusammenpassen. Dreschflegel kommt auf Level 10 und wird stärker, je weniger KP übrig sind; Ausdauer auf Level 25 garantiert, einen Treffer mit nur einem KP zu überleben. Beide kommen per Levelaufstieg und ohne TM, bei einem Pokémon mit 50 KP, das ohnehin irgendwann im roten Bereich landen wird. Gegenschlag funktioniert genauso und ist als TM verfügbar.
Die andere Krücke ist Fluch, ebenfalls per TM. Da es keine Geist-Attacke ist, erhöht es Angriff und Verteidigung auf Kosten der Initiative — genau die Reparatur, die ein Körper mit 50/40/50 braucht: Die 50 Initiative haben ihm keinen Kampf gewonnen, während die 40 Verteidigung tatsächlich Kämpfe gekostet haben. Auch die Ausbeute pro Niederlage hilft nicht dabei, es schnell aufzuleveln — 50 Basis-EP, einer der niedrigsten Werte im Spiel, und ein einziger Angriff-EV pro besiegtem Pokémon.