Damythir im Detail
Ein Geweih zur Orientierung
Das Design basiert auf mehreren Hirschen, vor allem auf dem Yezo-Sikahirsch aus Hokkaidō, der japanischen Region, die als Vorlage für Hisui dient, und auf dem Rentier. Der weiße Bart und die Augenbrauen erinnern an das Bild eines weisen alten Mannes, während das im rechten Winkel geöffnete Geweih an Radioantennen denken lässt. Die schwarzen Kugeln machen das Geweih zu mehr als bloßem Schmuck: Sie bilden das visuelle Zentrum seiner Psycho-Kräfte und erklären Damythirs Darstellung als Anführer der Herde.
Der englische Name verbindet „wyrd“, eine mit dem Schicksal verbundene Vorstellung aus dem angelsächsischen Kulturraum, „weird“, also seltsam, und „deer“, Hirsch. Das japanische アヤシシ, Ayashishi, setzt 怪しい, „seltsam“, mit 鹿 zusammen, einer altertümlichen Lesung für Hirsch. Die Wahl hält außerdem eine klangliche Nähe zum japanischen Namen von Damhirplex aufrecht.
Vom Nebenrollen-Pokémon zur Hisui-Entwicklung
Damhirplex erschien ursprünglich als eigenständige Art in der zweiten Generation. Viele Jahre lang hatte es keine Entwicklung. Pokémon-Legenden: Arceus griff diese Entwicklungslinie wieder auf und machte sie zu einer der Entwicklungen, die eine alte Art mit einer neuen Interpretation ihres Designs verbinden. Die Änderung beschränkt sich nicht auf das Aussehen: Damythir ist nun vom Typ Normal und Psycho, übernimmt in der Spielwelt eine Führungsrolle und erhält eine an Barrierenstoß geknüpfte Entwicklungsbedingung.
Seine weitere Geschichte ist ungewöhnlich. In Karmesin und Purpur lassen sich übertragene Exemplare einsetzen, aber Damhirplex entwickelt sich dort nicht mit der Hisui-Bedingung. Dadurch bleibt Damythir auch in einem späteren Spiel eng mit seinem Ursprungsspiel verbunden. Es teilt das Grundkonzept und die Typenkombination mit Farigiraf, einer anderen Entwicklung einer Art aus der zweiten Generation, bietet aber mehr Initiative und eine andere Statuswertverteilung.
Was sich aus seinen Statuswerten machen lässt
Am stimmigsten ist es, Bedroher zu nutzen, um gegen einen physischen Angreifer einzuwechseln und Bizarroraum aufzustellen. Seine Initiative von 65 wird in diesem Feld nicht mehr zum Nachteil, während seine 103 KP helfen, den ersten Schlagabtausch zu überstehen. Danach kann es mit Flächenmacht, Psychokinese oder Hyperstrahl angreifen, wobei Letzterer einen Erholungsturn einplant.
Gedankengut erlaubt es, den Plan auf den Spezial-Angriff zu konzentrieren. Wer stattdessen sofort Druck ausüben will, kann mit Zen-Kopfstoß, Risikotackle und Pferdestärke die physische Seite abdecken, sollte es wegen seiner Verteidigung von 72 aber nicht wiederholt direkten Treffern aussetzen. Vegetarier verändert diesen Ansatz: Pflanzen-Attacken werden zu kostenlosen Einwechslungen und erhöhen den Angriff, dafür fällt die anfängliche Senkung durch Bedroher weg.
Der Bart, der die Art prägt
Die Pokédex-Einträge konzentrieren sich auf das Fell, das es an Bart, Beinen und Schweif verliert. Dabei handelt es sich nicht um ein rein dekoratives Detail: Das Fell hält warm und wird zu Winterkleidung verarbeitet, weshalb die Bevölkerung von Hisui es als Materialquelle schätzt. Außerdem wird beschrieben, dass sein Geweih dazu dient, sichere Wege zu suchen, und dass seine unsichtbaren Barrieren durch die schwarzen Kugeln leuchten.
In der Entwicklungslinie steht diese Führungsrolle im Kontrast zum ursprünglichen Damhirplex, das stärker mit Illusionen und seinem ungewöhnlichen Geweih verbunden war. Damythir behält die Silhouette eines Hirsches bei, verwandelt sie aber in eine erwachsene Gestalt, die an die Kälte angepasst ist und andere anführen kann. Sein Aussehen als altes Tier ist nicht nur eine ästhetische Frage: Es verbindet den Bart mit Erfahrung und das Geweih mit Orientierung.