Hoppspross im Detail
Ein Hüpfer, ein Sprung und ein Satz
Die drei englischen Namen der Entwicklungslinie stammen aus dem Ausdruck a hop, skip and a jump, der im Englischen eine kurze Strecke beschreibt, etwas, das nur wenige Schritte entfernt ist. Hoppip verbindet hop (hüpfen) mit pip (Kern, Samen); die beiden anderen folgen der Formel mit skip plus bloom und jump plus fluff. Es ist eine der wenigen Entwicklungslinien, bei denen der Witz nur funktioniert, wenn man alle drei Namen hintereinander liest.
Das Japanische, ハネッコ, geht einen anderen Weg. Die häufigste Deutung zerlegt es in 葉 (ha, Blatt) und 根っ子 (nekko, Wurzelchen), wobei wegen der Blätter, die als Flügel dienen, auch 羽 (hane, Feder) vorgeschlagen wurde. Beide Deutungen laufen auf dieselbe Verbindung hinaus: eine fliegende Pflanze. Auch das botanische Vorbild ist ziemlich eindeutig, denn der Blattrand erinnert an einen Löwenzahn, und der Mechanismus – sich zu lösen und mit der Luft zu reisen – entspricht genau dem einer Löwenzahnsaat.
Der Attacken-Zeitplan tut ihm keinen Gefallen
Es lernt zwei Attacken auf Level 1, und eine davon ist Platscher, das nichts bewirkt. Der erste halbwegs brauchbare Angriff seines Typs kommt auf Level 6 mit Absorber und einer Stärke von 20. Was früh eintrifft, ist dagegen das komplette Pulverpaket: Giftpuder, Stachelspore und Schlafpuder, alle drei auf Level 10 und auf einmal. Das ist der Moment, in dem ein Hoppspross in einem normalen Spieldurchlauf zu etwas taugt – und zwar nicht, weil es Schaden verursacht.
Der Rest der Liste ist für ein Pokémon gebaut, das schon kein Hoppspross mehr ist. Akrobatik kommt auf Level 24 mit einer Stärke von 55, die sich ohne getragenes Item auf 110 verdoppelt; Gigasauger auf Level 32 und Sprungfeder auf Level 35 kommen acht beziehungsweise elf Level, nachdem die Entwicklung zu Hubelupf längst von selbst erfolgt ist. Vermächtnis auf Level 38 ist der Extremfall: Dafür muss man zweimal B gedrückt haben, zuerst auf Level 18 und dann noch einmal auf Level 27, und zwanzig Level lang bei einem Pokémon mit 250 Basiswertpunkten bleiben. Die vernünftige Alternative ist, es zu entwickeln und die Attacke beim Attacken-Erinnerer zurückzuholen.
Verglichen mit den anderen Flugsamen
Die Idee vom fliegenden Samen ist mehrmals zurückgekehrt. Elfun erbte die Support-Nische mit Strolch und behielt sie; Cottomi kam in der achten Generation mit derselben weißen und grünen Farbpalette und deutlich besseren Verteidigungswerten. Gegenüber beiden behält die Entwicklungslinie von Hoppspross einen Vorteil, den man in der Statuswerttabelle nicht sieht: Die vollständige Entwicklung braucht weder Steine noch Items, Tausch noch Freundschaft. Nur Level.
Sie bewahrt außerdem ein Designdetail, das ihre Nachfolger verloren haben. Hoppspross hat Beine und benutzt sie zum Festhalten; Hubelupf und Papungha sind zunehmend auf die Luft angewiesen. Genau diesen Übergang beschreibt der einzige längere Pokédex-Eintrag: Das Pokémon bemerkt den Windwechsel, erkennt, dass es allein nicht standhält, und hakt sich bei den anderen in seiner Nähe ein. Ein halbes Kilo pro Exemplar – aber in der Gruppe bringen sie Gewicht auf die Waage.