Panzaeron im Detail
Die Vögel des Stymphalischen Sees
Das Design erinnert an die stymphalischen Vögel der griechischen Mythologie, die Vögel mit bronzenen Federn, Schnäbeln und Krallen, die Herakles bei einer seiner Arbeiten vom See vertreiben musste. Die Übereinstimmung ist nicht subtil: Der Eintrag über Federn, die als Schwerter verwendet wurden, beschreibt genau das – einen Vogel, dessen Gefieder eine Waffe ist. Die Silhouette ist dagegen die eines Schreitvogels – langer Hals, lange Beine, dreieckiger Kamm – und erinnert eher an einen Kranich oder Reiher als an einen Greifvogel.
Der japanische Name エアームド (Airmd) setzt sich aus air und armed zusammen. Das französische Airmure macht dasselbe mit air und armure. Der englische Name Skarmory lässt zwei Deutungen zu, die sich ungefähr gleich großer Beliebtheit erfreuen: sky plus armoury oder scar plus armoury. Beide passen zu einem Wesen, das sein ganzes Leben damit verbringt, sich die Flügel aufzuschneiden. Im Spanischen wurde der englische Name unverändert übernommen.
Von Route 45 zur goldenen Rüstung
Sein Debüt gab es in der zweiten Generation, und in Johto findet man es auf Route 45, dem felsigen Abstieg vom Silberberg. Diese Verbindung zu den Bergen ist danach in fast allen Spielen erhalten geblieben.
Die Änderung, die es am stärksten beeinflusst hat, betraf nicht es selbst, sondern seine Fähigkeit. Robustheit blockierte bis zur vierten Generation nur Attacken, die sofort besiegen, etwa Geofissur oder Guillotine; seit der fünften verhindert sie, dass irgendeine Attacke das Pokémon mit einem Treffer besiegt, solange es volle KP hat. Bei 140 Verteidigung fällt der Effekt gegen physische Treffer kaum auf, aber gegen eine starke spezielle Attacke macht er den Unterschied zwischen dem K. o. und dem Überleben mit 1 KP.
Die jüngste Ergänzung ist Mega-Panzaeron, das in Pokémon-Legenden: Z-A auftaucht und durch den Panzaeronit aktiviert wird. Die Rüstung nimmt einen goldenen Farbton an, Flügel, Krallen, Schweif und Kamm werden länger, und der Eintrag beschreibt es als Überschallflieger: Zum ersten Mal seit fünfundzwanzig Jahren ist etwas darauf ausgelegt, anzugreifen statt einzustecken.
Die Gilde des fliegenden Stahls
Zwanzig Jahre lang war es das einzige Pokémon mit der Kombination Stahl/Flug, bis die achte Generation Krarmor brachte, das eine ähnliche Aufgabe mit einem kräftigeren Körper und mehr eigenen defensiven Mitteln erfüllt. Der praktische Unterschied bleibt Stachler: Krarmor erlernt die Attacke nicht, und dort behält Panzaeron seinen Platz.
Sein anderer Berufskollege ist Forstellka, der andere Fallenleger, der mit Johto eingeführt wurde, ebenfalls vom Typ Stahl und mit dem umgekehrten Problem – es hält spezielle Treffer schlechter aus als physische, bewegt sich aber noch langsamer.
Der klassische Gegenpol ist die Linie von Magneton, dessen Fähigkeit Magnetfalle Stahl-Pokémon an der Flucht hindert und es damit gegen Elektro-Attacken festsetzt, eine seiner beiden Schwächen. Das ist die älteste Paarung der Geschichte: die Metall-Wall gegen den Magneten, der sie nicht loslässt.
Ein Detail, das in keiner Tabelle auftaucht: Es wiegt 50,5 kg bei einer Körpergröße von 1,70 m. Für ein Wesen, das als mit massivem Eisen überzogen beschrieben wird, ist das eine geringere Dichte als die eines durchschnittlichen Menschen, und es passt zu der Erklärung, die ältere Spiele für Flügel liefern, die schwer aussehen, es aber nicht sind.