Lorblatt im Detail
Ein Lorbeer auf einem Sauropoden
Der Name gehört zu den wenigen, die man ohne Wörterbuch versteht. Lorblatt ist bay leaf, das Lorbeerblatt, das man in den Eintopf gibt; der japanische Name, ベイリーフ, ist genau dasselbe in Umschrift. Das Französische weicht aus und probiert eine andere Pflanze: Macronium verbindet macro mit geranium.
Der Körper geht in eine andere Richtung. Das Design ist das eines Zwergsauropoden — langer Hals, langer Schweif, vier kurze Beine, Pflanzenfresser — und darauf wird der botanische Teil gesetzt. Es ist die Verbindung zweier Dinge, die überhaupt nicht ähnlich sind, und sie funktioniert, weil der Blattkragen genau den Punkt einnimmt, an dem ein Dinosaurier mit langem Hals am wenigsten Silhouette zu bieten hat.
Die sechzehn mittleren Level
Die Attackenliste nach Level macht klar, was von ihm erwartet wird. Zwischen 16 und 32 kommen nur vier neue Dinge dazu: Reflektor auf 18, Zauberblatt auf 22, Egelsamen auf 26 und Lockduft auf 32. Keine davon ist eine Attacke mit hoher Stärke. Die ernsthaften Treffer kommen viel später — Bodyslam auf 40, Gigasauger auf 50, Solarstrahl auf 54 — wenn das Team seit zwanzig Leveln schon Meganie ist.
Damit wird diese Phase zu einer Mauer, die langsam KP abkratzt. Egelsamen mit zwei defensiven 80er-Werten dahinter und Synthese zum Auffüllen ist ein langsamer und ziemlich wirksamer Plan gegen Gegner ohne Feuer- oder Eis-Attacken. Lichtschild, das auf Level 36 dazukommt, wäre eine Option, die man praktisch nicht nutzt, weil es bis dahin bereits entwickelt ist.
Wenn es zuschlagen soll, muss man zu den TMs greifen. Samenbomben — 80 Stärke, physisch — nutzt die 62 Angriff; Energieball nutzt die 63 Spezial-Angriff. Die beiden Werte sind fast identisch, also hängt die Wahl davon ab, wen man treffen will, nicht davon, welcher Wert besser passt. Blättersturm hat 130 Stärke und senkt den Spezial-Angriff um zwei Stufen: Er funktioniert einmal, danach nicht mehr.
Grüne Vierbeiner, davor und danach
Der direkteste Vergleich liegt nicht in der eigenen Generation, sondern in der sechsten: Chevrumm ist ein weiteres reines Pflanzen-Pokémon auf vier Beinen mit Vegetation auf dem Rücken und hat ebenfalls dasselbe Typenproblem. Der Unterschied liegt in der Verteilung. Das eine setzt auf gleichmäßig verteiltes Durchhaltevermögen, das andere auf hohe KP; keines von beiden überschreitet die Grenze, die ein reines Pflanzen-Pokémon in einem Spiel voller Feuer-, Eis- und Flug-Attacken vorgibt.
Innerhalb der eigenen Linie ist diese Phase die mit der geringsten Identität. Endivie ist das Jungtier mit einem Blatt, Meganie ist die große Blüte mit einem Kragen aus Blütenblättern. Dazwischen bleibt ein mittelgroßer Dinosaurier mit einem Kragen aus Trieben, an den sich kaum jemand erinnert.
Das kaputte Blatt
Ein Designdetail, das leicht übersehen wird: Das Blatt auf dem Kopf ist beschädigt, der Rand ist abgebrochen, und das ist kein Fehler des Sprites, sondern bleibt in den Illustrationen und Modellen erhalten. Es passt zu dem, was die Einträge über es erzählen: ein Tier, das sich über Wiesen bewegt, kein Gewächshausschmuck.
Im Anime entwickelte sich Ashs Endivie während der Johto-Zeit zu dieser Form, und der Pokédex-Eintrag, der auf dem Bildschirm zu lesen ist — Episode 163 — besteht auf zwei Dingen: dem Duft des Kragens und darauf, dass sein Rasierblatt, die Attacke, die es bereits auf Level 1 beherrscht, extrem stark ist. Es ist die einzige Quelle, die diese Attacke mit 55 Stärke als furchteinflößend behandelt.