Endivie im Detail
Eine Zichorie mit Sauropodenbeinen
Der Name verbirgt nicht viel: chicory, die Zichorie, plus das spanische Diminutiv -ita. Es gehört zu den wenigen Startern, deren japanischer Name チコリータ und deren westlicher Name praktisch identisch sind, ohne die vollständige Neuschöpfung, die die meisten Namen beim Überqueren des Pazifiks erfahren. Die anderen Sprachen bleiben ebenfalls im Gemüsebeet: Im Französischen heißt es Germignon, aus germe und mignon, und im Deutschen direkt Endivie.
Die Zichorie erklärt das Blatt und kaum mehr. Der restliche Körper ist ein kleiner Sauropode, mit dem Knospenkranz als einzigem pflanzlichem Zusatz, und das Ganze bleibt irgendwo zwischen Pflanze und Reptil hängen, ohne sich festzulegen. Bei Bisasam sitzt das Pflanzliche auf einem klar erkennbaren Tier; hier ist das Blatt das Erste, was man sieht, und es gibt der Kategorie ihren Namen.
Zwei Orden bergauf
Johto machte es ihm von Anfang an schwer. Das erste Stadion in Viola City ist vom Typ Flug, das zweite in Azalea City vom Typ Käfer. Zwei seiner fünf Schwächen direkt hintereinander, noch vor dem dritten Orden. Feurigel räumt das zweite Stadion weg und Karnimani hält das erste aus, ohne ins Schwitzen zu kommen; dieses Pokémon bekommt es an beiden Stellen ab. Wer es in Gold und Silber wählt, übersteht den Anfang mit Reflektor, Egelsamen und Geduld, und später warten immer noch Jasmins Stahl-Pokémon und Norberts Eis-Pokémon.
Mehr als zwei Jahrzehnte später kam es wieder auf den Auswahlbildschirm: Es ist eines der drei Starter-Pokémon von Illumina City in Pokémon-Legenden: Z-A, neben Floink und Karnimani.
Ein Lernset, das fast niemand zu Gesicht bekommt
Die Liste der Attacken nach Level zieht sich bis Solarstrahl auf 45 und ist beinahe nur Theorie. Es entwickelt sich auf 16, sodass alles, was danach kommt – Reflektor, Zauberblatt, Egelsamen, Lockduft, Lichtschild, Bodyslam auf 34, Bodyguard, Gigasauger auf 42 – nur von jemandem gelernt wird, der die Entwicklung absichtlich abbricht und sich weitere dreißig Level lang mit 318 Statuswertpunkten herumschlägt. In Formaten mit festem Level gibt es Gründe dafür. In einem normalen Durchlauf keinen einzigen.
Was rechtzeitig kommt, ist Synthese auf 12: Die Attacke stellt die Hälfte der KP wieder her, bei Sonnenschein sogar mehr, und das in einem Spielabschnitt, in dem Heilitems knapp sind. Und Giftpuder auf 9, die einzige Attacke, die vor der Entwicklung ein Statusproblem verursacht; Heuler, seit Level 1 dabei, senkt lediglich den Angriff des Gegners.
Über die TMs kommen Attacken, die seine Statuswerte nicht verdienen: Blättersturm mit 130 Stärke, Solar-Klinge mit 125, Energieball mit 90, Risikotackle mit 120. Mit 49 in beiden Angriffswerten spielt die Arithmetik bei keiner davon mit, und Fluch – ebenfalls per TM – hat das umgekehrte Problem: Es erhöht Angriff und Verteidigung auf Kosten der Initiative, startet aber bei einem Angriff von 49, der mehrere Runden braucht, bis er etwas wert ist. Schwerttanz erledigt dieselbe Arbeit in einer Runde und ohne diesen Preis, und der Angriff bleibt trotzdem das Problem.
Der Duft als Spielmechanik
Lockduft auf Level 28 ist die Attacke, die am stärksten zu den Pokédex-Beschreibungen passt. In den ersten Generationen senkte sie die Genauigkeit des Gegners, und außerhalb des Kampfes lockte sie in Hoenn und Sinnoh wilde Pokémon an – eine Nutzung, die keine andere Attacke auf dieselbe Weise abdeckte. Dass ein Pokémon, dessen ganzer Eintrag sich um einen Geruch dreht, diese Attacke erst auf mittlerem Level und nicht von Anfang an lernt, ist genau die Art von Versäumnis, die die Reihe seit 1999 mit sich herumschleppt.