Suicune im Detail
Suiko, der Wassertiger
Der japanische Name スイクン wird in allen Sprachen gleich gelesen: Suicune ist eines der wenigen Pokémon der zweiten Generation, deren Name nicht übersetzt wurde. Er setzt sich aus 水 (sui, Wasser) und 君 (kun, Herr) zusammen, also „Herr des Wassers“, und wird oft zusätzlich mit dem suiko aus der japanischen und chinesischen Folklore in Verbindung gebracht, einem Wassertiger, der unter Wasser atmen und unsichtbar werden kann. Manche führen außerdem das finnische suihku, „Dusche“, als mögliche Quelle an, aber diese Spur ist schwächer.
Das Design entscheidet sich nicht zwischen Hund und Katze, und genau das ist seit fünfundzwanzig Jahren der Kern der Diskussion. Das Trio verbindet den japanischen Raijū mit chinesischen Wächterlöwen und klassischen Großkatzen — Tiger, Löwe, Gepard —, während Suicune zusätzlich die Polarlichtmähne und die Ausstrahlung eines Tiers bekommt, das aus Freude rennt. 187 Kilo verteilt auf zwei Meter beschreiben einen schlanken, nicht massigen Körper.
Eine Attacke alle sechs Level
Seine Lernattackenliste schreitet mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks voran: Level 6, 12, 18, 24, 30 und so weiter bis 78, ohne Ausnahmen. Das Problem ist, was in den einzelnen Feldern steht. Es beginnt mit Aquaknarre (40 Stärke), wechselt auf Aquawelle (60) auf Level 6 und verbessert seinen Wasser-Angriff erst mit Surfer auf Level 54 wieder. Achtundvierzig Level lang liegt die Obergrenze bei 60 Stärke.
Inzwischen bekommt es Dinge, die es nicht nutzen kann. Biss auf Level 12 und Knirscher auf Level 42 sind physisch, während sein Angriff bei 75 liegt. Eiszahn auf Level 30 hat dasselbe Problem. Spiegelcape auf Level 60 gibt den doppelten erlittenen Spezialschaden zurück und passt zu seinen 115 Punkten Spezial-Verteidigung, verlangt aber, dass man die Runde richtig liest. Windstoß und Rückenwind sind die einzigen Hinweise auf den Flug-Typ in dieser Geschichte vom Nordwind, und keiner der beiden hilft ihm wirklich.
Das TM-Repertoire gleicht einen Teil des Desasters aus: Eisstrahl, Spukball, Eisenschädel, Kaltwasserschwall, Tera-Ausbruch. Mit Gedankengut und Erholung auf derselben Liste passt alles, was tatsächlich verwendet wird, in vier Slots — und keiner davon hängt davon ab, Level 78 zu erreichen.
Die Verteilung, die es abbekam
Die drei Legendären aus Johto kommen zusammen auf genau 580 Punkte, und jeder von ihnen legt 115 davon auf zwei Werte. Raikou entschied sich für Spezial-Angriff und Initiative, Entei für Angriff und KP, und Suicune bekam die beiden Verteidigungswerte. Es ist die unscheinbarste Verteilung der drei und die einzige, die ein Pokémon hervorbringt, das zwanzig Runden durchhält. In echten Kämpfen ist das mehr wert als ein einzelner Schadensgipfel.
Kristall machte es zum Cover-Pokémon und baute eine ganze Nebenhandlung darum: die Klarglocke, die Verfolgung durch Johto, Eusin. Von den dreien ist es das einzige, das das Spiel nicht länger wie einen scheuen Hasen behandelt, sondern ruhig vor den Spieler stellt. Verglichen mit einem klassischen Wasser-Wall wie Aquana, das 130 KP und wenig physische Verteidigung verteilt, ist Suicune das Gegenteil: weniger KP, deutlich mehr Beständigkeit auf beiden Seiten und eine Fähigkeit, die ihm nichts bringt.
Ein Detail aus den Daten: Nach seinem Besiegen gibt es 261 Erfahrungspunkte, und seine Anfangsfreundschaft beträgt 35 — die eines Pokémon, mit dem man sich nur schwer anfreundet. Quellen zu reinigen macht es nicht geselliger.